Alcala de los Gazules, 19.05.2017
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| Tunnel auf den Felsen |
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| Zwei der vielen Möwen |
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| Möwenkinder streiten um Blindschleiche |
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| Familienfoto am Aussichtspunkt |
So, nachdem ich eine externe Tastatur für den Computer besorgt habe, ist der Fehler erst einmal verschwunden...
Am zweiten Tag in Moraira begaben wir uns auf den Penyal d`Ifac. Einen unter Naturschutz stehenden Felsen im Meer vor Calp. Kurz gesagt eine tolle Wanderung. Zuerst ging es gemächlich einen mit Natursteinen gepflasterten Weg nach oben unter ständiger Begleitung unzähliger Möwen. Dann aber wurde es spannend! Es galt es einen 50 Meter langen, dunklen Tunnel zu durchqueren. Danach hätten eigentlich nur Kinder über 16 Jahre in Begleitung von Erwachsenen weiter gehen dürfen aber Robero haben den ausgesetzten und felsigen Pfad mit Bravour gemeistert. Wir entschieden uns dann, nicht auf den überlaufenen Gipfel zu gehen sondern auf den Mirrador de Carrabinero, ein Aussichtspunkt den die Küstenwache früher nutzte um nach Schmugglern ausschau zu halten (siehe Familienfoto). Das ganze war wirklich ein tolles Naturerlebnis. Es gibt dort unzählige endemische Pflanzen, deren Fotos hier rein zu stellen eindeutig den Rahmen sprengen würde. Auf dem Rückweg konnten wir dann noch drei Möwenkücken direkt neben dem Weg beobachten wie sie um eine Blindschleiche kämpften.
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| Höhlenkinder |
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| Wunderschöner Küstenpfad |
Am nächsten Tag entschieden wir uns gleich für noch eine Wanderung, die richtige Entscheidung! Wir starteten am Rande einer der vielen hässlichen Urbanizaciones auf einem perfekt Beschilderten Weg. Dieser führte zuerst durch dichte Vegetation und dann durch eine Schlucht zum Meer. Dort war eine Bucht die bis vor einiger Zeit auch noch von der Guardia Civil für die Beobachtung des Meeres genutzt wurde. Von dort aus ging der Weg immer am Meer entlang unter den Klippen hindurch und es waren insgesamt 6 Höhlen zu besichtigen, die zum Teil schon im 18. Jahrhundert mit Steinen befestigt wurden. Am Ende wartet eine schöne Bucht mit kleinem Strand an dem es sich Robero und Mama gemütlich machten während Papa die 4 km in 40 Minuten ohne Wasser (das hatten wir in einem Anflug von Dummheit verschüttet) in der Mittagshitze zurück rannte um das Auto zu holen. Trotzdem eine weitere gelungene Wanderung und wieder mal ein Lob an Robero für die tolle Leistung auch wenn es heute nicht ganz ohne gemecker ging.
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| Park mit künstlichem Wasserfall |
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| Springbrunnen nahe des Kongresszentrums |
Nachdem Papa noch eine Stunde durch die Gegend gefahren ist um Campinggaz zu finden gab es noch eine Überraschung, unserer Berliner Freunde kamen entgegen ihrer Ankündigung doch noch auf den Camping in Moraira. Schade das wir schon unsere Unterkunft für Granada am nächsten Tag gebucht hatten. Wir standen am Donnerstag extra früh auf und kamen tatsächlich schon um 10 Uhr los. Nach einem letzten Tankstopp in San Isidro ging es im Spartempo (100 auf der Autobahn) weiter, da klar war, dass es bis Sevilla (ca. 600 km) keine Erdgastankstelle geben würde. Nach Murcia ging es in die Wüstengegenden Spaniens und alleine die Fahrt auf der Autobahn war schon ein Erlebnis. Kurz vor Granada erblickten wir die Sierra Nevada, wo oben auf den Gipfeln noch Schnee lag während wir fast 30 Grad hatten. Wir hatten für diese Nacht ein kleines Häuschen auf einem Campingplatz in einem Vorort von Granada gebucht da wir nicht für eine Nacht das Zelt aufschlagen wollten. Um 17 Uhr fuhren wir mit dem Bus nach Granada und verbrachten dort 4 Stunden. Was soll man sagen, die Stadt ist nett und sicher auch gut für eine Shoppingtour aber sonst hat sie uns nicht umgehauen. Aber wir haben natürlich auch nicht das Wahrzeichen Granadas die Alhambra besichtigt. Beim Abendessen gerieten wir noch in einen Touriladen und irgendwie war der ganze Tag etwas verkorkst. Papa hatte Kopweh, Mama Heuschnupfen und die Kinder waren auch irgendwie schlecht drauf.
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| Abendessen mit Blick auf die Berge |
Am Freitag ging es dann um 9 Uhr weiter nach Südandalusien. Schon praktisch wenn man nichts zusammenpacken muss. Nach Granada ging es weiter durch einsame Landschaften und hügelige Gegenden. Es ging aber nicht mehr so hoch wie gestern (1200 Meter über Meer). Im Gegensatz zu den wüstenartigen Landschaften vom Donnerstag prägten heute zuerst Oliven und Mandelbäume das Landschaftsbild und vor Sevilla dann Sonnenblumen. Die letzten 50 km bis Sevilla mussten auf Benzin zurück gelegt werden, da das Gas alle war. Von Sevilla waren es dann noch ca. 1,5h nach Alcala de los Gazules. Der Ort liegt in der Mitte zwischen Sevilla und Gibraltar am Fuße des Alcornocale Naturparks. Der Platz hat tatsächlich etwas begraste Plätze und eine herrliche Aussicht auf die umliegenden Berge. Wir kamen um 15 Uhr an, aber die Rezeption hatte doch wirklich von 14-16 Uhr Siesta. Also haben wir uns erstmal umgeschaut was auch gut war, da wir so einen der wenigen schattigen Plätze schon entdeckt haben bevor es ans einchecken ging. Es wirkt alles sehr gut hier und der Plan ist mindestens eine Woche hier zu verbringen, zu wandern, die schönen Städte wie Cadiz und Jerez de la Frontera zu erkunden und an den südlichsten Punkt Kontinentaleuropas zu fahren. Ein erstes Highlight entdeckten wir direkt nach unserer Ankunft. Einen seltenen Ölkäfer, der nur vereinzelt in Südspanien vorkommt und einer der größten Käfer Europas ist (bis zu 7 cm lang).
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| Berberomeloe majalis (Ölkäfer) |
Wieder mal ein Lob an Robero, dass sie die Fahrten soweit gut mitgemacht
haben. Wir freuen uns auf eine schöne Zeit in Andalusien und werden
über unsere weiteren Erlebnisse berichten.
Viele Grüße
Robero