Dienstag, 12. September 2017

Die Gipfel Europas


 Bad Säckingen, 12.09.2017

Tunnel zu altem Steinbruch
Blick über den Lago de Ecrina zu den Picos


Blick über den Lago de Enol
Die heilige Höhle von Covadonga

 

















Man mag es kaum glauben aber ich bringe diesen Blog doch noch zu Ende bevor die Errinerungen zu sehr verblasst sind. Am Samstag besuchten wir die Seen von Covadonga eins der touristischen Highlights des Nationalparks. Trotz der Nebensaison war schon einiges los und ich möchte gar nicht wissen was hier im Sommer los ist. Die Seen sind idyllisch gelegen auf ca. 2000m Höhe zu Fuße der höchsten und vergletscherten Gipfel der Picos de Europa. Wir sind einen 2km Rundweg gelaufen der komplett gepflastert war, soviel zu Natur. Benno hat zwischendurch schon gefragt wann das Gepflasterte den aufhört. Aber man kann gut verstehen, dass so viele Leute hier hinauf wollen den die Aussicht und die Atmosphäre ist gigantisch. Es gibt ein schön gestaltetes Nationalparkhaus, einen alten Steinbruch den man durch Lorentunnel betritt und verlässt und zwei wunderschöne Seen in denen sich die Berge spiegeln. Auf der Runterfahrt machten wir noch einen Zwischenstopp an der Kathedrale von Covadonga mit der heiligen Höhle wo eine spanischen Königin begraben liegt. Der Ort ist historisch wichtig da hier die entscheidende Schlacht zur Rückeroberung Spaniens von den Muslimen gewonnen wurde.

Wanderweg durch die Caresschlucht
Perleidechse


Die Schlucht wird immer enger

 Am Sonntag ging es dann zu dem zweiten großen Highlight des Nationalparks der "Ruta del Cares". Nach dem Schild handelt es sich um eine der meistgegangenen Wanderungen Spaniens. Und das obwohl sie mit 12 km  und einigen ausgesetzten Stellen keine einfache Wanderung ist. Viele lassen sich vom Ziel zum Startpunkt bringen was aber über 3 Stunden Autofahrt bedeutet! Der Weg wurde unter wahnsinnig harten Bedingungen angelegt um früher überhaupt eine mehr oder weniger Ebene Verbindung durch das Gebirge zu haben. Leider war es an diesem Tag sehr heiß und Benno nicht in bester Laune, so dass wir nur knapp 3 km geschafft haben und den wirklich schönen Teil mit einer ganz engen Schlucht und Tunnel gar nicht erreicht haben. Aber auch so haben wir die gigantische Landschaft genossen und Papa hat sogar die größte Eidechsenart Europas, eine Perleidechse entdeckt. Papa will diesen Weg unbedingt nochmal ganz gehen, aber sicher auch nicht im Sommer. Erstens ist es da sicher zu heiß und auch jetzt in der Nebensaison waren schon genug Turnschuhtouristen unterwegs. 

Blick Richtung Meer
Blick Richtung Picos

Promenade von Ribadasella
Playa de Vega



















Nachdem wir Robero versprochen haben, dass wir vor der Heimkehr nochmal ans Meer fahren machten wir uns am Montag auf den Weg nach Ribadasella. Unterwegs nahmen wir noch einen sehr schönen Aussichtspunkt mit von dem man sowohl Blick aufs Meer als auch auf die Picos hat. Ribadasella ist eine gemütliche kleine Stadt bei der der Fluss Sella ins Meer mündet. Wie üblich kamen wir erst kurz vor der Siesta an aber hatten das Glück noch einen kleinen Kinderladen zu finden in dem wir viel schöne Kinderkleidung zu günstigen Preisen erstehen konnten. Da von nordosten Gewitter aufkamen fuhren wir an einen Strand etwas südlich von Ribadasella. Erst im Nachhinein habe ich herrausgefunden das dieser Strand als einer der schönsten an der Küste angesehen wird. Es mündet hier auch ein kleiner Fluss ins Meer in dem Robero super spielen konnten, das Meer war dann doch etwas kalt. Leider hatten wir unsere Stühle draußen stehen lassen und somit mussten wir unser Abendessen auf dem Zeltboden einnehmen. Dies war allerdings erst das Dritte mal während der ganzen zwei Monate das wir einen kurzen Regenschauer hatten.

Desfiladero de los Beyos
Desfiladero de los Beyos










Am letzten Tag vor der Abreise gab es nochmal ein bisschen Autotourismus. Der Guide Michelin empfiehlt den "Desfiladero de los Beyos" als eine Reise wert. Das wollten wir uns dann doch nicht entgehen lassen. Das ganze ist eine wahnsinnige enge und tiefe Schlucht durch die eine Straße von Cangas d'Onis hoch in die Picos führt. Für den schönsten Teil der Route bis Oseja de Sajambre mit 35 km benötigt man fast eine Stunde, ohne obligatorische Fotostopps. Nach der Rückfahrt ging es noch zum Abschiedsshopping nach Cangas. Robero freuten sich über schöne Asturienshirts und wir über kiloweise Schaf- und Ziegenkäse, sowie Schinken und gläserweise Oliven. Wir wären ja noch gerne ein bisschen in der wunderschönen Landschaft geblieben aber der Wetterbericht sagte viel Regen und kaltes Wetter vorraus.

Die Vienne

Am Mittwoch und Donnerstag standen uns dann nocheinmal zwei lange Fahrten von über 8 Stunden bevor. Zum Glück haben wir eine sehr günstige Übernachtungsmöglichkeit (ein Hauszelt auf einem Zeltplatz) auf halbem Weg bei Exideuil de Vienne gefunden. Noch ein letztes mal ein großes Lob an Robero das sie diese beiden langen Tage mehr oder weniger ohne Meckern mit gemacht haben. Insgesamt war und ist so ein Urlaub mit kleinen Kindern nicht einfach aber ich finde Robero haben im Großen und Ganzen wirklich gut mitgemacht. Nur das Abends schlafen gehen war öfters schwierig aber ich denke das ist auch normal beim Campen.

Unser Fazit, wir würden die Reise jederzeit wieder machen! So viele tolle Eindrücke und Landschaften sind uns die letzten beiden Monate begegnet, soviele Tiere über den Weg gelaufen und es gibt noch so viel mehr zu Entdecken. Auch als Familie hat uns dieser lange Urlaub sehr gut getan. Sehr schön war natürlich auch das wir die berliner Familie getroffen haben wo sowohl wir Eltern als auch die Kinder sich prächtig verstanden haben! Wer weiß wie der Urlaub ohne sie verlaufen wäre. Wenn man fragt was der schönste Ort war würde ich sagen Andalusien mit seiner Tier und Pflanzenvielfalt und der wunderschönen Landschaft. Aber auch der norden Portugals und vor allem die Picos sind sehr beeindruckend.
Und zuletzt auch nochmal ein bisschen Werbung für Erdgas (CNG) Fahrzeuge. Von den ca. 8300 km konnte ich ca. 7000 km auf Erdgas zurück legen. Somit habe ich vor allem mit den hohen Benzinpreisen in Frankreich und Portugal wohl ungefähr 500€ an Spritkosten sparen können! Klar verlangt es etwas Planung und auch den ein oder andren kleinen Umweg und Zeitverlust aber das ist mir die Umwelt und der Geldbeutel Wert.

Ein letztes mal viele Grüße

Euer Robero



Freitag, 16. Juni 2017

Dunkler Wald und schöne Stadt

Avin, 16.06.2017

Liebe Leserschaft,

heute melde ich mich aus Avin am Fuße der Picos de Europa. Das heißt wir sind mittlerweile in Nordspanien und auch das Wetter findet, dass wir uns langsam wieder an kühleres und feuchteres Kilma gewöhnen sollten. Aber der Reihe nach.


Palast Hotel im Mata du Bucao
Über 200 Jahre alte Zeder













Lago Grande
Fonte Fria

  









 Am Dienstag besuchten wir zusammen mit unseren berliner Freunden den Mata do Buscao. Ein Urwald in der Nähe von Luso. Dieser wurde im 16. Jhr. von Benediktiner Mönchen angelegt und viel später an die spanische Krone übertragen und wird heute von einer Stiftung erhalten. Es finden sich dort über 600 verschiedene Pflanzenarten und Bäume die über 250 Jahre alt sind. Weitere Highlights sind das Palasthotel in der Mitte des Parkes und viele schöne Zeugnisse für den kirchlichen Ursprung des Waldes. Außerdem gibt es einige schöne Brunnen, Seen und Weitblicke über das Umland. Der ganze Park ist umgeben von einer Stadtmauer mit vielen schön verzierten Toren. Robero hat es super gefallen durch den Park zu streunen und wir haben sogar frisch gepflückte Orangen gegessen. Leider ließ sich die tolle Stimmung die auf dem Gelände herrscht nicht wirklich in Bilder fassen. Am besten ihr schaut selbst mal vorbei ;).

Eine der schönen Kirchen in Porto
Blick über Porto










Große Brücke über den Rio Douro
Biergarten der Leteria











 Am Mittwoch hieß es dann Abschied nehmen von unseren Freunden. Diese machten sich auf dem schnellsten Weg Richtung Heimat und werden sich am Bodensee mit dem mittlerweile zum Glück genesen Vater treffen. Wir entschieden uns noch für einen kurzen Zwischenstopp in Porto und haben es nicht bereut. Porto ist wirklich eine sehr schöne Stadt mit angenehmen Ambiente. Wir erkundeten zuerst zu Fuß die Stadt um dann zur großen Freude von Robero noch eine Bootstour auf dem Douro zu machen mit gutem Ausblick auf die Stadt und ihre sechs beeindruckenden Brücken. Auf dem Hinweg hatten wir schon Bier in einer kleinen Brauereiwirtschaft erstanden und uns dann spontan entschieden in ihrem Restaurantgarten noch Abend zu essen. Sehr leckere Burger aber wie sich leider herraustellte wohl mit Milch... Was auch nicht so schön war, dass man in der Nacht versucht hat unsere Heckbox aufzubrechen (ich glaube nicht erfolgreich). Zum Glück funktioniert das Schloss noch und die "netten" Diebe haben sogar das Warnschild wieder angebracht. Ich hatte schon fast damit gerrechnet, dass das mal passiert wobei ich mich Frage was die Diebe erwartet haben zu finden, vielleicht Gold und Edelsteine???

Schöne Ausblicke auf der Fahrt
Am Donnerstag hatten wir dann eine weite Fahrt vor uns über Vila Real, wo der Tankautomat der Gastankstelle keine meiner vier Karten aktzeptieren wollte, über Leon und Gijon (hier konnte ich dann wieder Tanken) nach Avin. Robero haben die Fahrt super mitgemacht wobei wir fast 8 Stunden unterwegs waren. Dazu kam noch die Zeitumstellung zwischen Portugal und Spanien, so dass wir erst kurz nach 7 MESZ auf dem Camping waren. Dieser liegt schön gelegen an einem Bach zu Fuße der Picos de Europa einem Hochgebirgsnationalpark hier im norden Spaniens. Das Wetter war 20 Grad, diesig mit leichtem Nieselregen, dies hatten wir seit Frankreich nicht mehr!! Robero kamen letztendlich erst nach 21 Uhr ins Bett aber haben am Nächsten Tag dann bis 10 Uhr geschlafen, dass wird wirklich lustig wenn wir wieder zu Hause sind....

Puento Romano in Cangas d'Onis
Heute Morgen haben wir dann einen Ausflug nach Cangas d'Onis gemacht um ein zu kaufen. Das kleine Städtchen entpuppte sich als ware Perle. Zwar touristisch aber doch irgendwie sympathisch mit vielen kleinen Geschäften zum bummeln und einkaufen. Was mir auch auffällt, das die Produkte hier irgendwie günstiger und leckerer sind als dass was wir in Portugal so gefunden haben.

Nun werden wir mal bis Mittwoch die Gegend erkunden und dann mit einer Übernachtung in der mitte Frankreichs nach Hause fahren, so dass wir vermutlich am Freitag Abend wieder in Deutschland sind.

Viele liebe Grüße

Robero

Montag, 12. Juni 2017

Das Gebirge der Sterne


Ponte das Tres Entradas, 12.06.2017


Liebe Freunde,

ich weiß wir haben mal wieder länger nichts von uns hören lassen und es kommen schon die ersten Nachfragen ob es uns noch gut geht. Dazu ein klares ja! Aber ein Grund warum ich die letzten beiden Tage nicht geschrieben habe war auch, dass der Vater der Berliner schwer erkrankt ist und letztendlich schleunigst mit dem Flugzeug nach Hause geflogen ist um in Deutschland ins Krankenhaus zu gehen. Auch von dieser Stelle noch einmal gute Besserung!!!!

Knochenkapelle in Evora
Abendessen an rustikalem Tisch











Nun die Ereignisse der letzten 6 Tage. Wie im letzten Post schon kurz erwähnt machten wir auf dem Weg in den Norden einen Zwischenstopp in Evora. Mama wollte unbedingt diese schöne Stadt kennenlernen und für Papa war es ein bisschen eine Reise in die Vergangenheit, da er die Stadt schon während einer Exkursion vor 8 Jahren ausführlich erkunden konnte. Es waren bis Evora nur knappe drei Stunden Fahrt, so dass wir den Stadtbesuch mit einem leckeren Essen, Hähnchen vom Holzkohlegrill mit Pommes, für 20€ für die komplette Familie inklusive Getränken begonnen haben. Natürlich mussten wir auch die berühmte Knochenkapelle besuchen, welche die Kinder völlig gelassen hingenommen haben. Ich empfehle auf jeden Fall allen die mal in Portugal sind Evora zu besuchen. Ein ruhiges Städtchen mit vielen schönen Ecken zum verweilen, vielen kleinen netten Läden zum bummeln und insgesamt einer sehr angenehmen Atmosphäre.

Am Mittwoch ging es dann weiter nach Ponte das Tres Entradas an den Rand des Parque Natural de Serra da Estrela, übersetzt das Gebirge der Sterne. Der Camping liegt in einem engen aber idyllischen Flusstal, ideal zum Baden an den im Moment doch recht heissen Tagen. Wir waren durch die kurze Anfahrt auch schnell genug mit dem Aufbau fertig um in das nahe Städtchen Oliveira do Hospital zu fahren und ein zu kaufen.

Flussbad in Avo
Fliesenverzierung an einer Hauswand











Am Donnerstag starteten wir die Erkundung von Nordportugal mit einer Wanderung entlang des Flusses die praktischerweise direkt am Camping startet. Ziel war der kleine Ort Avo etwas flussabwärts. Robero waren super motiviert da in Avo ein schönes Flussbad lockte. Die Wanderung verlief grösstenteils über einen alten Karrenweg mit allerlei Pflanzen und Tieren am Wegesrand, die man entdecken konnte. Der Flussstrand in Avo ist wirklich schön und Robero vergnügten sich prächtig. Dann ging es auf der anderen Seite des Flusses zurück, nicht ohne einen Abstecher über die alte Burgruine oberhalb des Dorfes. Insgesamt führt der Weg auf dieser Seite wesentlich höher oberhalb des Flusses und offenbart eine ganz andere Vegetation als der Weg auf der anderen Seite. An dieser Stelle mal wieder ein Lob an Robero die die 8 km fast ohne Quängeln gemeistert haben.

Hochtal bei Sabugueiro
Alte Steinbrücke











Am Freitag machten wir uns auf in das Estrelagebirge. Ein Highlight war schon zu Beginn, dass das Nationalpark Informationszentrum wirklich an der Adresse war, die im Internet gennant ist und sogar eine englischsprechende Person zur Verfügung stand, die kompetent Auskunft geben konnte. Mit einer Fülle an Informationen entschieden wir uns für eine kleine Wanderung in einem Hochtal auf über 1000 HM die auch an einem Wasserfall vorbeiführen sollte. Leider war dieser nicht zu sehen. Aber die Wanderung durch das idyllische Tal war herrlich und bot eine Fülle an Eindrücken. Viele alte Leute aus dem Dorf wo wir starteten, bewirtschaften Felder weiter hintem im Tal um sich mit Nahrung zu versorgen. Außerdem gibt es hier viel Wasser und vor allem eine gigantische Vielfalt an Libellen und Schmetterlingen. Wir konnten auch einem Kuckuck lauschen aber leider haben wir ihn nicht finden können.

Das hohe Zezeretal
Felsfomationen und Ginster


Robero am Torre







Blick auf den Heimweg vom Torre












Nach der Wanderung entschieden wir uns für Autotourismus und drehten noch eine Runde durch die herrliche Berglandschaft. Ein Highlight war das Zezere Hochtal, ein Paradebeispiel für glaziale Überprägung. Außerdem lag auf der Route noch der höchste Punkt kontinental Portugals. Der Torre mit 1993 Meter über Meer. Eigentlich ein eher unansehnlicher Fleck Erde da dort oben alles zugebaut ist unter anderem mit Skiliften. Aber ansonsten ist die Bergwelt hier wirklich einmalig und nicht wirklich vergleichbar mit Bergen gleicher Höhe in den Alpen. Hier ist auch auf 2000 HM noch alles Dicht bewachsen vor allem auch mit dem im Moment herrlich gelb blühenden Ginster. Am Abend stiessen dann auch die Berliner wieder zu uns, die mit der von ihnen gewählten Unterkunft nicht glücklich waren. Wie sich später herraustellte war die Wahl auch gut, da wir so Kinder hüten konnten während der Mann zum Flughafen nach Lissabon gebracht wurde (in der Nacht von Sonntag auf Montag).

1,8 kg Wolfsbarsch fein gegrillt
Flussbad mit Wasserrad











Am Samstag war Entspannen angesagt. Vormittags Einkaufen in Oliveira, wo wir unter anderem einen 5L Kanister Olivenöl für 24€ ergattern konnten und Nachmittags dann eine kleine Wanderung vom Campingplatz aus, diesmal in die entgegengesetzte Richtung zu einem Flussbad, das nur 1,4 km entfernt ist. Der Fluss ist wirklich super für die Kinder zum Plantschen und Tiere fangen.

Blick über den Stausee
Felsspielplatz











Am Sonntag machten wir dann einen Ausflug zu einem Stausee unterhalb des Torre. Wieder erwartete uns eine wunderschöne Hochgebirgslandschaft mit tollen Felsformationen die sich im Wasser spiegelten. Unsere Brotzeitpause verbrachten wir an einem kleinen Tümpel, voller Frösche und Wasserschlangen. Robero und Freunde waren heute nicht so motiviert zum Laufen, so dass wir nach der Hälfte des Weges umdrehten und die Kinder noch ein bisschen im kühlen Stausee baden konnten. Am Parkplatz konnten wir dann noch ein paar Mitbringsel erwerben bevor wir nochmal auf den Torre fuhren. Danach machten wir noch Halt in einer gigantischen Felslandschaft unterhalb des Gipfels wo die Kinder (und Papa) noch ein bisschen rumkraxeln konnten. Interessant ist auch die Steilheit der Berge hier. Bei der Autofahrt überwindet man innerhalb von 15 km ca. 1600 HM. Wir konnten den Kindern auch anhand geschlossener Gefäße den Druckunterschied eindrucksvoll vorführen. Das Autofahren auf den kleinen kurvigen Strassen macht Papa auch Spaß, allerdings benötigt man für 35 km auch fast eine Stunde.

Voll besetztes Boot
Heute nun war nach der ereignissreichen Nacht wieder Ruhetag angesagt. Wobei für Papa am Vormittag nochmal Action war. Obwohl hier überall Schafe und Ziegen rum springen ist es fast unmöglich Schafs- oder Ziegenyoghurt bzw. Milch zu bekommen. Anscheinend wird alles in Käse umgewandelt. Also begab ich mich zu einem kleinen Biomarkt bei Oliveira um Yoghurt zu suchen. Diese hatten keinen schickten mich aber ein paar Kilometer weiter zu einem Bauernhof mitten in der Pampa. Als ich ihn endlich gefunden hatte, stellte sich heraus, dass es ein Art Lehrgut für die Schafsbauern des Estrelagebirges ist und ich konnte 1,6 kg Yoghurt und einen Laib super leckeren Schafskäses erstehen. Am Nachmittag badeten alle noch im Fluss vorm Camping und wir machten noch eine kleine Kanutour mit den Kindern.

Wie ihr seht geniessen wir noch ein bisschen das wunderschöne Portugal bevor wir uns vorraussichtlich am Donnerstag langsam Richtung Heimat aufmachen, mit einem letzten Zwischenstopp an der spanischen Atlantikküste. Langsam haben wir auch ein bisschen Heimweh, wobei wir uns im Moment noch nicht vorstellen könenn wieder in einem Haus zu leben. Interessant wird auch wie wir es schaffen Robero wieder in einen geregelten Alltag zu bekommen nachdem sie im Moment selten vor 9 Uhr MESZ ins Bett kommen.

Nun wünsche ich aber ersteinmal eine gute Nacht.
Liebe Grüße

Robero

Dienstag, 6. Juni 2017

Steile Küsten und sanfte Hügel

Zambujeira do Mar, 05.06.2017

Treue Leserschaft. Ich berichte heute noch einmal aus Zambujeira do Mar. Die Woche hier ist schon wieder unglaublich schnell vorbei gegangen. Morgen ziehen wir weiter mit einer Übernachtung in Evora in die Nähe von Oliveira do Hospital in die Mitte des Landes. Aber nun erst einmal zu den vergangenen Tagen.

Strand von Teilheiro
Abstieg zum Strand










Familienfoto vor herrlicher Kulisse
Stilvolle Felsformationen










Am Donnerstag fuhren wir mit unseren Freunden an die südwestspitze Europas, den "Punto Sagres" und das "Cabo de Sao Vicente". Eine rauhe Landschaft erwartete uns, mit steil abfallenden Küsten wie sie für die Algarve typisch sind. Wir machten eine kleine Wanderung auf einem Teil des Fischerpfades, der sich die ganze Westküste des Alentejo bis nach Porto Covo zieht. Wie immer hier unten gab es viele schöne Pflanzen aber die Felsformationen der Küste und der kleine Strand Telheiro an dem wir uns abkühlten waren hier eindeutig das Highlight. Immer wieder wechselnde Gesteinsformationen in den verschiedensten Farben fallen steil zum Meer hinab. Robero und Freunde liessen sich auch nicht von dem kalten Atlantikwasser abschrecken. Insgesamt war der Weg einfach zu gehen bis auf den steilen Abstieg zum Strand, den aber auch alle gut meisterten.

Wo ist der Fluss?
Glückliche Wanderer



Stausee von Santa Clara
Sanfte Hügel des Alentejo


















Am Freitag gingen wir getrennte Wege. Die Berliner wollen gerne Eselwandern gehen und wollten sich deshalb schon einmal mit der "Vermieterin" treffen um alles zu besprechen und wir fuhren ein Stück ins Landesinnere nach Santa Clara a Velha. Einfach wahnsinn wie schnell hier die Landschaftsbilder wechseln. Eben noch die steilen rauhen Küsten findet man ein paar Kilometer ins Landesinnere sanfte Hügel mit teils üppig grünem Bewuchs. Wir wanderten entlang des Flusses Miro zum Stausee von Santa Clara. Wie auf dem Bild zu sehen ging es Robero prächtig. Auch hier waren wieder interessante Pflanzen und Tiere zu beobachten. Der Fluss war zugewachsen mit Seerosen und die Kakteen am Wegesrand standen in voller Blüte. Der Stausee ist riesig und netterweise hat die Gemeinde eine kleine Badeinsel installiert, so dass Robero sich im Wasser vergnügen konnte während Papa die restlichen 5 Kilometer gelaufen ist um das Auto wieder zu holen, nicht ohne einen Fotostopp am Aussichtspunkt oberhalb des Stausees.

Kleine Klamm
Idyllische Flusslandschaft











Am Samstag folgten wir dann mit unseren Berliner Freunden zusammen einem "Geheimtipp" der Eselsfrau, der aber wohl gar nicht mehr so Geheim ist. Wir machten eine kleine Wanderung zum "Pego do Pias" einem kleinen Idyll am Rio Miro oberhalb von Odemiras. Wie schon einige Male hier quälten wir erst einmal unsere Autos über ein paar Kilometer Staubpiste bevor wir den letzten Kilometer zu Fuss begingen. Der Ort den wir vorgefunden haben ist an Idylle wirklich kaum zu übertreffen. Ein kleiner Fluss der sich durch ein enges Tal windet mit steilen Felsen, sanftem Bewuchs und allerlei Getier. Zig verschieden Arten von Libellen und Frösche und Fische konnten wir beobachten. Nur die Schildkröten die wir hier auch erwartet hatten konnten wir leider nicht finden. Diese konnten wir aber schon am Donnerstag bei unserem Stopp in Aljezur im Fluss beobachten. Wirklich ein weiteres Highlight des Besuches hier.

Steinmänner am Strand von Villa Nova
Links Fluss, rechts Meer










Felsen am Cabo Sardao
Dschungellandschaft











Am Sonntag verliessen uns dann die Berliner. Sie gehen von Montag bis Mittwoch Eselwandern in der nähe von Aljezur. Robero und Freunde waren traurig über den Abschied aber wir sehen uns sicher wieder. Wir entschieden uns für einen gemütlichen Tag mit Besuch von Villa Nova de Milfontes. Hier mündet der Rio Miro ins Meer und man findet wieder wunderschöne Strände und Felsformationen zum Besichtigen. Durch den Fluss können die Kinder hier auch etwas entspannter Baden als in der doch rauhen Brandung des Atlantiks. Am Heimweg machten wir noch einen Abstecher zum Cabo Sardao. Auch das hat sich nocheinmal gelohnt! Es war sehr windig so das man sich hineinlegen konnte. Wir hatten nochmal sehr schöne Aussichten und bei der kleinen Runde die wir gedreht haben kamen wir noch durch einen Urwald von Pflanzen die wir noch nicht indentifiziert haben. Auch hier faszinierte wieder der schnelle Wechsel von sandig und kaum Bewachsen über den Urwald hin zu grasigem Steppenbewuchs.
Strand von Odeixce
Heute war der Tag dann geprägt von den Vorbereitungen für den Platzwechsel, aber Vormittags nahmen wir uns noch Zeit den Strand von Odeixce zu besichtigen. Er wurde als schönster Strand der Algarve ausgezeichnet und das denke ich zurecht. Hier mündet der Rio Aljezur mäandernd ins Meer. Als wir ihn besichtigt haben war gerade Flut wodurch das Wasser im Fluss in die falsche Richtung lief und das mit einer ganz schönen Kraft. Spannend auch die Übergangszone wo das Meer und der Fluss um die Vorherschaft kämpfen.

Robero entwickeln sich auch weiter während des Urlaubs. Vor allem das hintere Ro also Robin. Nicht nur das er mittlerweile zwei halbe Zähne mehr hat, seit ein paar Tagen hat er nun auch begonnen mit grosser Freude zu krabbeln. Insgesamt ist er unser kleiner Sonnenschein. Bis auf wenn es ums Essen geht ist er 90% der Zeit super entspannt und macht alles in Ruhe mit was wir mit ihm so anstellen. Babyschale rein und wieder raus, Kraxe rein und wieder raus, Babyschale rein und wieder raus, Kinderstuhl rein und wieder raus, irgendwie ist er überall zufrieden. Schlafen kann man auch überall. Er liebt es auch mit Mama und Papa oder seinen Geschwistern Blödsinn zu machen, mit der Zunge zu schnalzen oder zu klatschen. Ronja und Bennos Stimmung ist stark abhängig vom Schlafmangel nachdem es selten vor 22 Uhr MESZ ins Bett geht. Also 21 Uhr portugisischer Zeit. Aber klar wer will schon schlafen wenn es noch hell ist. Insgesamt geniessen sie denke ich die Familienzeit, wobei Ronja wohl auch gerne noch mehr Zeit mit der Familie Baumeister verbracht hätte.

Nun wünsche ich euch eine gute Nacht.

Liebe Grüsse

Robero

P.S.: Der Post erreicht euch erst heute, da das Internet am Camping einfach zu schlecht war...