Ponte das Tres Entradas, 12.06.2017
Liebe Freunde,
ich weiß wir haben mal wieder länger nichts von uns hören lassen und es kommen schon die ersten Nachfragen ob es uns noch gut geht. Dazu ein klares ja! Aber ein Grund warum ich die letzten beiden Tage nicht geschrieben habe war auch, dass der Vater der Berliner schwer erkrankt ist und letztendlich schleunigst mit dem Flugzeug nach Hause geflogen ist um in Deutschland ins Krankenhaus zu gehen. Auch von dieser Stelle noch einmal gute Besserung!!!!
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| Knochenkapelle in Evora |
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| Abendessen an rustikalem Tisch |
Nun die Ereignisse der letzten 6 Tage. Wie im letzten Post schon kurz erwähnt machten wir auf dem Weg in den Norden einen Zwischenstopp in Evora. Mama wollte unbedingt diese schöne Stadt kennenlernen und für Papa war es ein bisschen eine Reise in die Vergangenheit, da er die Stadt schon während einer Exkursion vor 8 Jahren ausführlich erkunden konnte. Es waren bis Evora nur knappe drei Stunden Fahrt, so dass wir den Stadtbesuch mit einem leckeren Essen, Hähnchen vom Holzkohlegrill mit Pommes, für 20€ für die komplette Familie inklusive Getränken begonnen haben. Natürlich mussten wir auch die berühmte Knochenkapelle besuchen, welche die Kinder völlig gelassen hingenommen haben. Ich empfehle auf jeden Fall allen die mal in Portugal sind Evora zu besuchen. Ein ruhiges Städtchen mit vielen schönen Ecken zum verweilen, vielen kleinen netten Läden zum bummeln und insgesamt einer sehr angenehmen Atmosphäre.
Am Mittwoch ging es dann weiter nach Ponte das Tres Entradas an den Rand des Parque Natural de Serra da Estrela, übersetzt das Gebirge der Sterne. Der Camping liegt in einem engen aber idyllischen Flusstal, ideal zum Baden an den im Moment doch recht heissen Tagen. Wir waren durch die kurze Anfahrt auch schnell genug mit dem Aufbau fertig um in das nahe Städtchen Oliveira do Hospital zu fahren und ein zu kaufen.
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| Flussbad in Avo |
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| Fliesenverzierung an einer Hauswand |
Am Donnerstag starteten wir die Erkundung von Nordportugal mit einer Wanderung entlang des Flusses die praktischerweise direkt am Camping startet. Ziel war der kleine Ort Avo etwas flussabwärts. Robero waren super motiviert da in Avo ein schönes Flussbad lockte. Die Wanderung verlief grösstenteils über einen alten Karrenweg mit allerlei Pflanzen und Tieren am Wegesrand, die man entdecken konnte. Der Flussstrand in Avo ist wirklich schön und Robero vergnügten sich prächtig. Dann ging es auf der anderen Seite des Flusses zurück, nicht ohne einen Abstecher über die alte Burgruine oberhalb des Dorfes. Insgesamt führt der Weg auf dieser Seite wesentlich höher oberhalb des Flusses und offenbart eine ganz andere Vegetation als der Weg auf der anderen Seite. An dieser Stelle mal wieder ein Lob an Robero die die 8 km fast ohne Quängeln gemeistert haben.
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| Hochtal bei Sabugueiro |
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| Alte Steinbrücke |
Am Freitag machten wir uns auf in das Estrelagebirge. Ein Highlight war schon zu Beginn, dass das Nationalpark Informationszentrum wirklich an der Adresse war, die im Internet gennant ist und sogar eine englischsprechende Person zur Verfügung stand, die kompetent Auskunft geben konnte. Mit einer Fülle an Informationen entschieden wir uns für eine kleine Wanderung in einem Hochtal auf über 1000 HM die auch an einem Wasserfall vorbeiführen sollte. Leider war dieser nicht zu sehen. Aber die Wanderung durch das idyllische Tal war herrlich und bot eine Fülle an Eindrücken. Viele alte Leute aus dem Dorf wo wir starteten, bewirtschaften Felder weiter hintem im Tal um sich mit Nahrung zu versorgen. Außerdem gibt es hier viel Wasser und vor allem eine gigantische Vielfalt an Libellen und Schmetterlingen. Wir konnten auch einem Kuckuck lauschen aber leider haben wir ihn nicht finden können.
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| Das hohe Zezeretal |
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| Felsfomationen und Ginster |
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| Robero am Torre |
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| Blick auf den Heimweg vom Torre |
Nach der Wanderung entschieden wir uns für Autotourismus und drehten noch eine Runde durch die herrliche Berglandschaft. Ein Highlight war das Zezere Hochtal, ein Paradebeispiel für glaziale Überprägung. Außerdem lag auf der Route noch der höchste Punkt kontinental Portugals. Der Torre mit 1993 Meter über Meer. Eigentlich ein eher unansehnlicher Fleck Erde da dort oben alles zugebaut ist unter anderem mit Skiliften. Aber ansonsten ist die Bergwelt hier wirklich einmalig und nicht wirklich vergleichbar mit Bergen gleicher Höhe in den Alpen. Hier ist auch auf 2000 HM noch alles Dicht bewachsen vor allem auch mit dem im Moment herrlich gelb blühenden Ginster. Am Abend stiessen dann auch die Berliner wieder zu uns, die mit der von ihnen gewählten Unterkunft nicht glücklich waren. Wie sich später herraustellte war die Wahl auch gut, da wir so Kinder hüten konnten während der Mann zum Flughafen nach Lissabon gebracht wurde (in der Nacht von Sonntag auf Montag).
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| 1,8 kg Wolfsbarsch fein gegrillt |
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| Flussbad mit Wasserrad |
Am Samstag war Entspannen angesagt. Vormittags Einkaufen in Oliveira, wo wir unter anderem einen 5L Kanister Olivenöl für 24€ ergattern konnten und Nachmittags dann eine kleine Wanderung vom Campingplatz aus, diesmal in die entgegengesetzte Richtung zu einem Flussbad, das nur 1,4 km entfernt ist. Der Fluss ist wirklich super für die Kinder zum Plantschen und Tiere fangen.
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| Blick über den Stausee |
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| Felsspielplatz |
Am Sonntag machten wir dann einen Ausflug zu einem Stausee unterhalb des Torre. Wieder erwartete uns eine wunderschöne Hochgebirgslandschaft mit tollen Felsformationen die sich im Wasser spiegelten. Unsere Brotzeitpause verbrachten wir an einem kleinen Tümpel, voller Frösche und Wasserschlangen. Robero und Freunde waren heute nicht so motiviert zum Laufen, so dass wir nach der Hälfte des Weges umdrehten und die Kinder noch ein bisschen im kühlen Stausee baden konnten. Am Parkplatz konnten wir dann noch ein paar Mitbringsel erwerben bevor wir nochmal auf den Torre fuhren. Danach machten wir noch Halt in einer gigantischen Felslandschaft unterhalb des Gipfels wo die Kinder (und Papa) noch ein bisschen rumkraxeln konnten. Interessant ist auch die Steilheit der Berge hier. Bei der Autofahrt überwindet man innerhalb von 15 km ca. 1600 HM. Wir konnten den Kindern auch anhand geschlossener Gefäße den Druckunterschied eindrucksvoll vorführen. Das Autofahren auf den kleinen kurvigen Strassen macht Papa auch Spaß, allerdings benötigt man für 35 km auch fast eine Stunde.
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| Voll besetztes Boot |
Heute nun war nach der ereignissreichen Nacht wieder Ruhetag angesagt. Wobei für Papa am Vormittag nochmal Action war. Obwohl hier überall Schafe und Ziegen rum springen ist es fast unmöglich Schafs- oder Ziegenyoghurt bzw. Milch zu bekommen. Anscheinend wird alles in Käse umgewandelt. Also begab ich mich zu einem kleinen Biomarkt bei Oliveira um Yoghurt zu suchen. Diese hatten keinen schickten mich aber ein paar Kilometer weiter zu einem Bauernhof mitten in der Pampa. Als ich ihn endlich gefunden hatte, stellte sich heraus, dass es ein Art Lehrgut für die Schafsbauern des Estrelagebirges ist und ich konnte 1,6 kg Yoghurt und einen Laib super leckeren Schafskäses erstehen. Am Nachmittag badeten alle noch im Fluss vorm Camping und wir machten noch eine kleine Kanutour mit den Kindern.
Wie ihr seht geniessen wir noch ein bisschen das wunderschöne Portugal bevor wir uns vorraussichtlich am Donnerstag langsam Richtung Heimat aufmachen, mit einem letzten Zwischenstopp an der spanischen Atlantikküste. Langsam haben wir auch ein bisschen Heimweh, wobei wir uns im Moment noch nicht vorstellen könenn wieder in einem Haus zu leben. Interessant wird auch wie wir es schaffen Robero wieder in einen geregelten Alltag zu bekommen nachdem sie im Moment selten vor 9 Uhr MESZ ins Bett kommen.
Nun wünsche ich aber ersteinmal eine gute Nacht.
Liebe Grüße
Robero