Montag, 22. Mai 2017

Vom Winde verweht

 Alcala de los Gazules, 22.05.2017

Windgeschwindigkeit von Samstag auf Sonntag
 Wie der Titel schon vermuten lässt und der ein oder andere schon mitbekommen hat geht es diesmal um den Wind. Davon hatten wir hier in der Nacht von Samstag auf Sonntag genug. Genauer gesagt Spitzen bis 100 km/h. Papa hat das Zelt gut abgespannt und es hat auch gehalten, obwohl es eine Luftsäule immer wieder eingedrückt hat. Robin hat sich von dem Lärm und allem nicht stören lassen, Ronja und Benno haben mehr oder weniger gut geschlafen und sind so um 3 ins Elternabteil umgezogen und Mama und Papa haben praktisch nicht geschlafen. Aber es war auch mal ein Erlebnis so etwas mit zu machen. Nun sind wir aber froh das es wieder ruhiger ist!

Alcala de los Gazules
Schön verzierter Hauseingang










Samstag Vormittag waren wir noch auf dem Markt im Nachbarort Alcala de los Gazules. Ein schönes typisch andalusisches Städtchen mit weißen Häusern und engen Gässchen. Wir haben dort für 12€ ungefähr fünf Kilo Obst und Gemüse erstanden, darunter Erdbeeren, Kirschen und Melone. Einfach der Wahnsinn. Teile der Stadt sehen recht heruntergekommen aus, aber was aufgefallen ist waren die wunderschön verzierten Hauseingänge.  Am Nachmittag ging es dann in den Pool und danach vorbereiten auf den Sturm.

Laufradwandern
Wasserfall am Ende des Senderos










Nachdem wir uns am Sonntag wieder gesammelt hatten und mal wieder Wäsche gewaschen und das Zelt von dem Dreck den es hereingeweht hat befreit haben ging es noch auf eine kleine Wanderung die praktischerweise direkt am Camping startet. Wir befinden uns hier ja mitten im Parque Natural des los Alcornocales. Wir gingen also den "Sendero de los Molinos" der seinen Namen von den alten verfallenen Mühlen am Wegesrand hat. Nachdem wir ja glücklicherweise in Granada über einen Fahrradladen gestolpert sind, konnte Benno gleich sein frisch repariertes Laufrad auf Geländetauglichkeit prüfen. Test bestanden auch wenn wir es nach der Hälfte des Weges dann doch stehen gelassen haben weil wir keine Lust mehr hatten es über all die Felsen zu tragen. Insgesamt ein sehr schöner Weg mit viel Tier und Pflanzenwelt zu bestaunen. Apropos Tierwelt. Alle Arachnophobiker nun bitte wegschauen!

Macrothele calpeiana
Ägyptische Wanderheuschrecke










Es ist wirklich gigantisch was hier so rumkriecht. Nicht nur die Vielfalt sondern alles ist hier irgendwie überdimensioniert. Gegen Ende der Wanderung zum Beispiel begegnete uns Macrothele calpeiana, eine der größten Spinnen Europas und einzige von der Europäischen Union geschützte Spinnenart. Ich kann leider mit keinem deutschen Namen dienen, da es eine endemische Art der Iberischen Halbinsel ist und hauptsächlich hier im Naturpark vorkommt. Deswegen heißt sie auf Spanisch auch "araña negra del alcornocal" oder "araña toro". Durchaus furchteinflößend, Papa hat beim fotografieren lieber etwas Abstand gehalten, sieht doch ein bisschen nach Schwarzer Witwe aus. Die Ägyptische Wanderheuschrecke begegnete uns beim Frühstück am Camping und ihre Grösse ist auch sehr beeindruckend. Die Ölkäfer haben wir ja letztes mal schon gezeigt und am Morgen nach dem Sturm war noch eine Riesenkrabbenspinne bei uns im Zelt zu besuch.

Wassertreten im Rio Guadalmesi
Blick auf Afrika










Am Sonntag haben erstmal alle bis halb 9 geschlafen, wobei Robin zum ersten Mal praktisch durchgeschlafen hat! Heute wollten wir dann mal den Naturpark etwas mehr erkunden und begaben uns in die Nähe von Tarifa zum Rio Guadalmesi, ein Relikt tropischer Vergangenheit in der Region. Aufgrund zugewachsener Beschilderung brauchten wir eine halbe Stunde um den Einstieg zu finden und es war schon halb eins bis wir loskamen. Die erste Hälfte der Wanderung war dann auch noch Forstweg und Benno hatte nach der Hälfte keinen Bock mehr. Aber mit viel Motivation haben wir den Tiefpunkt überwunden und als dann der kleine Pfad am Fluss entlang begann war auch Benno wieder voll motiviert, bis kurz vorm Schluss. Auch diese Wanderung war wieder ein Highlight was Tiere und Pflanzen angeht. Vor allem sehr viele schöne Libellen am Fluss aber auch Eidechsen in den Steinen und allerlei Getier in Pfützen am Wegesrand. Immer wieder schön wie sich Robero für die Natur begeistern können, immer wieder eine gute Motivation weiter zu Wandern. Ein weitere Grund warum wir die Wanderung gewählt hatten, war das wir noch einen Blick über die Strasse nach Gibraltar Richtung Afrika werfen wollten. Papa hätte ja gerne noch in Algeciras getankt aber die Tankstelle war nicht auffindbar und so werden wir wohl bald nochmal ein Stück auf Benzin unterwegs sein.

Jetzt ersteinmal eine gute Nacht.
Liebe Grüsse

Robero

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